Grazer Akademische Burschenschaft Carniola

seit 1884

JOURNAL / MENSCHENRECHTE

„Die Vernunft genügt sich selbst.“  Anaxagoras

Chronik der Menschenrechte

Gleiche Menschenrechte für Alle

Formulierte Vorstellungen, gültig nach einer Rechtsordnung, in Gleichheit und in Freiheit zu leben, gehen in der schriftlichen europäischen Überlieferung in die frühe Zeit des klassischen Altertums zurück als Philosophen und Staatenlenker dachten, welcher der „Ideale Staat“ wäre.

Homer und Hesiod  ·  Olympische Götter

Die patriarchalische Monarchie, begründet in der kulturellen Tradition und legitimiert durch den Götterglauben, war die älteste Staatsform der Hellenen. Zeus selbst habe dem König Agamemnon, dem Herrscher über die Achäer, das Skeptron (σκῆπτρον), den Stab der Macht, verliehen sowie die allgültigen Rechtssatzungen der Themis (Θεμίστη), Frau des Zeus, Göttin der Sitte, der Gerechtigkeit und Ordnung sowie der Philosophie. So erfahren wir es bei Homer aus der „Ilias“ und der „Odyssee“ und bei Hesiod aus dessen „Theogonie“. Egal der umstrittenen „Homerischen Frage“ in aller Homer-Philologie, sind beide homerischen Epen (ἔπος – Vers, Erzählung) die ältesten Werke der griechischen Dichtung und der europäischen Literatur. Sie sind vor dem 7. Jhdt. entstanden, möglich auch zum Ende des 9. Jhdt. als die Griechen ihre vokalische Alphabetschrift bereits verwendet hatten.

Die homerische Dichtung bringt durch ihre unvergängliche Schönheit Freude und das allein ist ihre Angelegenheit. Sie hat nicht das Anliegen Mythologie zu erzählen, wie die epischen Dichtungen des Hesiod, auch nicht die Religion, Rechtsgelehrsamkeit oder Erziehung zu vermitteln. Gleichwohl ist dem homerischen Werk zu entnehmen, dass man sich bereits im 8. Jhdt. mit dem Staat, mit dem Recht, mit der Ordnung in der Gemeinschaft auseinandergesetzt hat. Da die homerischen Epen in mündlicher, epischer Tradition stehen, sind sie Mittler zwischen zwei Jahrtausenden. Sie vereinen legendenhaft ein mythisches, heroisches Bild mykenischer Vergangenheit mit der ionischen Gegenwart.

Die in den homerischen Epen erkannte Grundhaltung in Bezug auf die Rechts- und Gesellschaftsordnung und die Religion spiegelten die bestehenden Verhältnisse ihrer Entstehungszeit. Sie festigten die Wertegemeinschaft aller Hellenen fortan. Der homerische Gott (θεός) entsprach der anthropomorphen Vorstellung. Er war das Idealbild des Menschen, geschaffen aus der Erkenntnis menschlicher Schwäche. Die Beziehung zwischen Gott und Mensch war anthropozentrisch. Er erwartete die göttliche Hilfe durch die Opferbitte, nicht durch Anbetung.

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