Grazer Akademische Burschenschaft Carniola

seit 1884

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B! Carniola seit 1884

Die Geschichte der „Grazer Akademischen Burschenschaft Carniola“ führt zurück in die nationalen Wirren des sich erhebenden Panslawismus im Reich der Österreichisch – Ungarischen Doppelmonarchie.

Diesem aus der Not heraus geborenen staatlichen Dualismus fehlten bereits in seiner anfänglichen Konstitution von 1867 umfassende Nationalitätengesetze für den Vielvölkerstaat mit weitsichtigen und mit nachhaltigen Regelungen auch für die Amts- und Staatssprache(n). Auf die vielen partikularen Interessen der Völker in dieser Realunion wurde mit Blick auf friedliches Zusammenleben pluraler Gemeinschaften in den Ländern aus sehr verschiedentlicher Raison nicht effizient, oft nicht Willens und nicht vorsehend genug eingegangen.

Das förderte Unmut und Unruhe, entfachte und unterhielt glühende Nationalismen, machte es deren Agitatoren einfach und beschleunigte die vielen separatistischen Bewegungen, so auch bei der heterogenen Volksgruppe der Südslawen. Die Losung des Kaisers: „Ich will Frieden mit meinen Völkern haben“, war letztendlich nicht zu erreichen.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erwachte auch in der Krain und ihrem urbanen Mittelpunkt Laibach der slawische Nationalismus. Während der zweiten Amtszeit des Grafen Eduard Taaffe als k.k. Ministerpräsident in Wien (1879 – 1893), ein vertrauter Jugendfreund des Kaisers Franz Josef I., verschlimmerten sich sodann die Verhältnisse für die deutschsprachige, geistige und kulturelle Führungsschichte in der Krain zusehends.

In dieser sehr bedrängten Situation wurde am 18. September 1884 in Laibach die „Akademische Ferialverbindung Carniola“ gegründet. Der Gründungsgedanke war einerseits die deutschen Hochschüler angesichts nationalistischer Agitation innerhalb der slawischen Mehrheit zu unterstützen und andererseits die Liebe der Menschen zu ihrer seit Jahrhunderten angestammten Heimat in der Krain und der Gottschee und zu ihrer Sprach- und Kulturgemeinschaft in diesen beiden Herzogtümern zu verteidigen.

Zusammenstöße mit nationalistischen slowenischen Studenten und auch das zeitweilige amtliche Verbot Farben zu tragen, erschwerten bald das Leben der „Carniola“ in Laibach erheblich.

Seit 1889 sind unsere Verbindungsfarben „Schwarz – Rot – Gold“, im Verein mit unserer kornblumenblauen Mütze. 1892 wurde das Schlägerfechten eingeführt. Im Jahr 1910 nahmen die in Wien und in Graz studierenden „Carniolen“ den Titel „Landsmannschaft“ an.

Vom Zusammenbruch der Österreichisch-Ungarischen Monarchie überrascht, mussten die Bundesbrüder den Hass slawischer Nationalisten über sich ergehen lassen. Die „Carniola“ verlegten deshalb ihren Sitz von Laibach nach Graz. 1922 wurde ihr Wiener Zweig aufgelöst.

Das Burschenband, die kornblumenblaue Mütze und der Schläger in den Farben „Schwarz – Rot – Gold der „Grazer Akademischen Burschenschaft Carniola“ | privat

Seit 1924 führt die „B! Carniola“ den Namen „Grazer Akademische Burschenschaft Carniola“. Nach dem Anschluss Österreichs an das „Deutsche Reich“ lösten sich unter dem Druck der Nationalsozialisten die Burschenschaften auf. Am 11. Juni 1938 legten alle wehrhaften Korporationen im Landhaus in Graz ihre Farben nieder. Im zweiten Weltkrieg sind 18 Bundesbrüder gefallen.

1958 wurde die „Grazer Akademische Burschenschaft Carniola“ reaktiviert. Nach ersten Jahren in gemieteten Räumen wurde 1966 das heutige Couleurheim in der Hans-Sachs-Gasse erworben.

RJ

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