Grazer Akademische Burschenschaft Carniola
seit 1884
UNSERE PRINZIPIEN
„Allein, nur, wer Gesetz und Brauch
Der Heimat achtet und Ehre auch
Der Götter beschworenem Recht erweist,
Nur den in der Stadt man ehrt und preist.
Doch friedlos sei, wer dem Bösen gesellt
Mit frechem Trotz, in aller Welt!
Nie sitz‘ solch Frevler an meinem Herde
Und niemand im Haus ihm Freund je werde.“
Sophokles, Antigone
Wir stellen uns vor
Wir, die „Akademische Burschenschaft Carniola“, sind seit je ein freier Werte- und Lebensbund. Stolz tragen wir die Farben „Schwarz – Rot – Gold“ als das Symbol der Freiheit und der Demokratie für die die deutsche Burschenschaft seit Anbeginn herausbildend eingetreten ist. Wir pflegen die studentische Mensur in Tradition als Ausdruck unserer burschenschaftlichen, freien Gesinnung.
Wir „Carniolen“ sind unserer deutschen Sprache und Kultur in besonderem Maße verbunden, ehren ihre Geschichte und ihre Denkmäler. Wir sind stolz auf das auf uns gekommene reiche Erbe und wollen es für die Zukunft gewahrt und gemehrt sehen.
Wir vertreten überzeugt die Vorstellung einer „wehrhaften Demokratie“ im Land und in einem einigen Europa mit seinen unterschiedlichen Ländern und Regionen. Wir setzen uns für die Pflege der Kulturen und Traditionen, den Erhalt der originären Sprachen und für Vielfalt des Brauchtums ein. Wir stellen uns fest an Seite anderer Europäer, die heute diese Werte und Güter bedroht sehen.
Als akademische Studentenverbindung treten wir für den stets freien Zugang zu unseren hohen Schulen ein. Ein freier Zugang meint auch die Unabhängigkeit von finanziellen Mitteln der Studentinnen und Studenten unseres Landes und meint gleiche Bildungschancen für Studierende, unabhängig vom sozialen Hintergrund.
Wir stehen zum Prinzip der Leistung an unseren Universitäten und zur Autonomie der „Universitas“, der Gemeinschaft aller Lehrenden und Lernenden. Wir haben ein immer waches Auge auf eine exzellente akademische Ausbildung und auf sichere Gewähr der „akademischen Freiheit“ im Sinne des Begriffes und nach dem festen Grundsatz:
„Die Wissenschaft und die Lehre sind frei.“
Wir verteidigen die unantastbare Würde und die Freiheit des Menschen und die Würde und Freiheit unseres Landes. Wir sehen es als unverbrüchliche Pflicht an, die deutsche Sprache und Kulur zu schützen, unsere schöne Heimat und Natur sowie ein friedliches Lebensumfeld der Menschen zu bewahren und die Zukunft mitzugestalten.
Wie wir Carniolen aus eigener Geschichte leidvoll erfahren haben, wenden wir uns gegen Vertreibung und Völkerhass, gegen Diskriminierung und Diffamierung, gegen alle sozio – ökonomische Unvernunft und gegen jegliche Art und Ausprägung von Extremismen:
„Menschenrechte sind höchstpersönliche Rechte und entziehen sich selbst der staatlichen Souveränität!“
Die errungene „freiheitlich demokratische Grundordnung“ ist uns das fundamentale Rechtsprinzip durch das freie Gesellschaft friedvoll funktioniert. Sie hat sich erst über lange und schwere Zeit herausgebildet. Ihr so hoher Wert bedarf, einem Axiom gleich, nicht irgendeines Beweises. So gilt es also sie bedrohende Gefahr zu erkennen und für unsere Grundordnung einzustehen. Die Gewaltenteilung im Staat ist unumstößlich.
Wir sprechen ferner für ein stets freies und unabhängiges Rechtswesen, eine freie und unabhängige Presse, für freie öffentliche Meinungsäußerung, für die Freiheit der Versammlung und für ein demokratisches, allgemeines Wahlrecht bei Wahlgleichheit für alle Staatsbürger. Wir bekennen uns zur umfassenden Landesverteidigung und wir betrachten das Einstehen für das Land als Bürgerpflicht.
Wir, die „Akademische Burschenschaft Carniola“, stellen uns politisch offenen Fragen und besprechen Themen der Zeit. Dabei dienen uns Meinungsvielfalt und die kritische Diskussion dem Prozess besserer Rezeption. Sie fördern so die freie, eigene Meinungsbildung. Frei meint kategorisch die Freiheit des Denkens und der Rede, entsprechend dem Kant‘schen Satz:
„Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen.“
In Interpretation nach Horaz: „Sapere aude.“, Epist. I, 2,40
GP